Warum Sie Skripte für das Ohr und nicht für das Auge schreiben sollten
Die größte Falle bei Audio entsteht fast immer schon am Schreibtisch. Ein Text, der auf dem Papier gepflegt aussieht, stolpert oft, sobald Sie ihn laut aussprechen.
Mein wichtigster Regie-Tipp aus jahrelanger Studioerfahrung: Lesen Sie Ihren Text immer laut vor sich selbst vor, bevor Sie ihn endgültig genehmigen. Ich habe einmal erlebt, dass ein Kunde drei Seiten voller formeller Einschübe zur Aufnahme mitbrachte. Erst als wir den Sprecher sprechen ließen, merkte der Kunde, wie verkrampft es klang. Wir haben vor Ort die Hälfte der Einschübe gestrichen und aktive Umgangssprache eingeführt. Das Ergebnis war zehnmal wirkungsvoller.
Beachten Sie bei der Vorbereitung Ihrer Aufnahme diese drei Richtlinien:
- Streichen Sie Bandwurmsätze und lange Nebensätze, denn ein Zuhörer kann nicht zurückblättern, um den Faden wieder aufzunehmen.
- Schreiben Sie Zahlen und Abkürzungen vollständig aus, so wie sie ausgesprochen werden sollen.
- Geben Sie dem Sprecher einen klaren Kontext mit: Mit wem spricht diese Stimme, wo befindet sich die Person und was soll der Zuhörer danach empfinden?
Wie sich die Preisgestaltung professioneller Sprachaufnahmen zusammensetzt
Wer buchen möchte, wünscht sich Klarheit über die Kosten. In unserer Branche hängt der Preis nicht vom Genre ab, sondern rein davon, wie und wo die Aufnahme verbreitet wird.
Bei kommerziellen Produktionen mit bezahltem Medieneinsatz (wie Anzeigen in sozialen Medien, Radio oder Fernsehen) setzt sich der Preis aus einem festen Basistarif für die Aufnahmezeit plus einer Buy-out-Gebühr für die Ausstrahlungsrechte und die Laufzeit zusammen. Bei nicht-kommerziellen Produktionen (wie internen Schulungsmodulen, einem Museumsführer oder einem rein organischen Video) zahlen Sie meistens auf Basis der Wortanzahl oder pro abgeschlossenem Projekt.